… warum so “viel Regeln, viel kompliziert, also lass ichs”?

(update: so sehen Autos ohne Spritkosten und Abgase heute aus: mehr …)
(Fahrradtaxi in WIEN, Tel.004369912005624 und Koeln, Tel.00491633030310 und Duesseldorf,Tel.00491636311182 und Berlin,Tel.00491788000041 und
in vielen anderen Staedten, Tel.00493028031609 und auch als FerienJob weltweit)

Wien hat nach vielem Hin und Her seit 2011 eineN RadbeauftragteN durch Initiative der Vizebuergermeisterin Maria Vassilakou,
aber immer noch keine grosszuegigen, durchgreifenden Fahrradkonzepte.
(wie in den meisten Staedten der Welt, leider)
Da gibt es Radfahrstreifen zum Geradeausfahren (am Fahrbahnrand) und Radfahrstreifen
in der Mitte (!!!) zwischen den Fahrspuren der Autos, und alles ist schoen aufgemalt aber verschwindet beim naechsten KuenettenGraben fuer den Kanal.
(und im Sommer: unsichtbar im Staub, und im Winter: unsichtbar im Schnee)

Ausser teuer nichts gewesen.

Und: als RadfahrerIn flitzen die Autos rechts und links vorbei (fuer RadfahrerInnen ist auch 30 km/h schnell, manche von uns fahren nicht einmal 20 km/h)
(ein Stadtverkehr im Schrittempo? Tempo 30 ist schon lahm genug, aber als RadfahrerIn der langsameren Sorte ist man am Gehsteig besser aufgehoben,
und als SportlerIn ist man ohnehin Autos mit 70 km/h gewohnt; also was solls?
und vor allem: man ist auf diesen Radfahrstreifen gezwungen,
aber es gibt ueberhaupt keinen Grund sich sicher zu fuehlen denn
* Fussgaenger laufen dir hinein
* Autotueren gehen auf
* Autos queren den Radfahrstreifen, weil der in Serpentinen verlaeuft
* “beruhigte Strassen” als Radfahrstrassen fehlen immer noch

und das Chaos am Ring bei der Oper, wo sich sowohl Fussgaenger wie auch Radfahrer irrtuemlich im Recht glauben, ist inzwischen zeitungsbekannt)

Einige unkonventionelle Neuerungen sind uberfaellig aber offenbar (?) nicht sehr mit konventioneller “Politik” vertraeglich:

Zum Beispiel:
Querung der Innenstadt durch die Fussgaengerzone:
(es gibt keinen vernuenftigen Grund, warum Fahrraeder nicht durch die Innenstadt
–oder die Fussgaengerzonen in anderen Bezirken — fahren sollten;
das politische Anliegen dazu wird doch formulierbar und realisierbar sein ???)

Auch dort kann ja ein Radfahrstreifen aufgemalt werden, wenn schon so gern gemalt wird. Noch einfacher ist es aber wie folgt:

Radfahrer duerfen ab sofort UEBERALL (inklusive Gehsteig, Fahrbahn, gegen die Einbahn, in Spielstrassen und Fussgaengerzonen, eben ueberall)
ABER
IMMER MIT NACHRANG.

(das ist kein wirklicher Nachteil, weil Erzwingen von Vorrang ohnehin weder erlaubt noch sinnvoll ist,
und
weil die KNAUTSCHZONE beim Unfall ohnehin der eigene Koerper ist; siehe Veloce: die fahren wie die Irren, aber mit entsprechender Reaktion, und sind deshalb fast nie in Unfaelle verwickelt)

d.h. im Klartext dass ALLE Verkehrszeichen entfallen koennen, die speziell fuer RadfahrerInnen herumstehen:

* Nachrangtafeln gegen die Einbahn (weil RadfahrerInnen ja jetzt sowieso Nachrang haben: diese Nachrangtafeln verleiten uebrigens auch AutofahrerInnen zum falschen Fahren gegen die Einbahn (wenn sie in 50m geradeaus im Blickfeld sind und die Verbotstafel mit dem weissen Minus in der roten Scheibe im Augenwinkel uebersehen wird);
* detto die vielen Manschetten “ausgenommen Radfahrer”: RadfahrerInnen haben mehr davon, wenn sie ueberall duerfen (denn auf sich aufpassen koennen sie schon selber, oder sie fahren eben auf dem Gehsteig und sind geschuetzt wie FussgaengerInnen)
* ALLE entsprechenden Bodenmarkierungen koennen ebenfalls entfallen, die bei Schnee ja gar nicht sichtbar sind und nur ein truegerisches Gefuehl der Sicherheit (des Radfahrens) vermitteln und ausser der Chemie-Industrie niemanden wirklich erfreuen:
oft ist der “Radfahrstreifen” direkt neben den geparkten Autos, (bei Vorhandensein MUSSTE ja dort gefahren werden);
oft geht eine Tuer auf, oder ein Kind laeuft heraus, es ist aber kein Abstand mehr moeglich;
oft geht auch der “Radfahrstreifen” quer ueber die Fahrbahn zum Abbieger;
(wesentlich gefahrloser ist es aber, rechts zu bleiben und bei Gruen fuer Fussgaenger ueber den Zebrastreifen zu fahren)

In der StVO ist das mit einem Satz zu regeln, (“Radfahren ist auf allen Flaechen erlaubt”)
– Schaeden auf Privatflaechen sind ja auch bisher privatrechtlich einzuklagen gewesen –
und der relativ neue Satz von der “Ruecksichtnahme” muss nur dahingehend geaendert werden, dass ALLE VerkehrsteilnehmerInnen IMMER Ruecksicht auf ALLE anderen nehmen muessen.

Dann sind naemlich bei Unfaellen IMMER ALLE Beteiligten schuld
und
AutofahrerInnen werden sehr viel vorsichtiger unterwegs sein als heute (was ebenfalls kein Nachteil ist),
a) um nicht in den Malus zu kommen, und
b) um nicht Schaeden an der Protzkarosse zu haben,
(die sie von RadfahrerInnen oder FussgaengerInnen gar nicht bezahlt bekommen, wenn etwa die Versicherung abgelaufen ist oder Touristen unterwegs sind oder Fussgaenger betrunken sind etc.etc.)
(genauso Radfahrer/Fussgaenger: wer mit dem Rad nicht nur einmal spazierenfaehrt
– sondern staendig unterwegs ist — kann sich Fahrerflucht nach einem Gehsteigunfall mit FussgaengerInnen gar nicht leisten: es sind staendig Leute auf der Strasse, die mit Handy und Kamera filmen koennten, und irgendwann koennte er/sie wieder gesehen werden usw.usw.)

Die Loesung heisst deshalb nicht “Anarchie” im Verkehr, sondern VERTRAEGLICHKEIT im Verkehr:
* mehr Spielstrassen bzw. Wohnstrassen, wo heute ohnehin nur Tempo 30 erlaubt ist
* mehr Fussgaengerzonen, die von Radfahrern (INNENSTADT!!!) benutzt werden duerfen
* mehr Wohngebiete ohne Gehsteig und Verkehrszeichen (“shared space”)
(Autos muessen deshalb nicht verbannt werden: die hoeren sich von allein auf, wenn vernuenftiges Durchkommen (Fahrzeit!) nur mehr mit Rad und U-Bahn moeglich ist;
— Entfall aller Parkverbote (TotalStau) waere vielleicht das beste UbahnArgument 🙂 —
— schon heute sind 70% der Fahrten in Innenstadt PARKPLATZSUCHE —
dezidierte Autohasser werden sich damit dann wohl ebenso aufhoeren)

* PolizeiSchikanen — gern angewandt gegen FahrradDemos der LinksPolitik — rund um Beleuchtung(pdf), Bremsen etc. koennen genauso einfach entfallen: wer keinen Unfall will, achtet schon auf sich UND andere. (Zitat BGBl. II Nr. 146/2001, §1 Abs(1) Z.2, Z.3, Z.4:
“§ 1. (1) Jedes Fahrrad … muss … 2. mit einer Vorrichtung zur Abgabe von akustischen Warnzeichen; 3. mit einem hellleuchtenden, mit dem Fahrrad fest verbundenen Scheinwerfer, der die Fahrbahn nach vorne mit weißem oder hellgelbem, ruhendem Licht mit einer Lichtstärke von mindestens 100 cd beleuchtet; 4. mit einem roten Rücklicht mit einer Lichtstärke von mindestens 1cd; …” (ausgeruestet sein) ???)

(je Fahrrad gehabt? “fest verbundene” Klingel(deckel) und Lichter werden alle paar Tage gestohlen; diese Vorschriften sind deshalb REINE SCHIKANE
LED Lichter am Kopf oder Arm oder Sattel leuchten -zig TAUSENDE Stunden ohne kaputtzugehen, ganz im Gegensatz zu den “normalen” GluehBirnchen;
die SICHERHEIT ist mit solchen mobilen Lichtern wegen dieser AusfallSicherheit
und wegen Umschaltens Blinken/Dauerlicht — fuer Fahren ausserhalb von Stadtgebiet — hoeher als jene der gesetzlich vorgeschriebenen FahrradBeleuchtung
)
(FahrradKlingeln/Hupen/BlinkPiepser sind zudem nur nervend aber nicht “Sicherheit”)

***

Vor allem mit den neuen Elektrofahrraedern wird eine solche Vernunftregelung sehr nuetzlich sein, weil konventionelle Paragraphendschungel wie rund ums Auto
– Autos waren exotische Dinger, die wenig konnten und viel ueberreguliert wurden –
nicht nur unsinnig und unpraktikabel sind, sondern nur wieder noch mehr GesetzbastlerInnen und SchiedsrichterspielerInnen und Raeuber-und-GendarmerInnen ein sehr ungerechtfertigtes Einkommen bescheren (aber alle Anderen da draussen mit Gesslerhueten und Schikanen ueberschuetten).

Wenn man sich so ein www.faxi.at ansieht (Kabinenfahrrad, Fahrer + 1-2 Personen, Elektrohilfsmotor fuer Steigungen), dann braucht es nur eine ganz leichte Plastikabdeckung unter den Pedalen, um sogar vor Spritzwasser geschuetzt zu sein
– Planenschuerzen gegen Regen hat das Ding sowieso seitlich –
und trotz Nullspritverbrauch kommt man nicht verschwitzt ins Buero.

Die tragbare Batterie hat je nach Ausfuehrung 1-2 kg und wird daheim aufgeladen, der elektroantrieb.at kann (aber muss nicht) verwendet werden, zb auf Steigungen.

Die kleinsten Klapp- und Kabinen- Fahrraeder mit E-Motor kommen seit 2011 von Clive Sinclair und wiegen
* 6,5 kg (das A-Bike Klapprad, 300 Pfund = (Nov.2011) 360 eur) bzw.
* 30 kg (das X-1 Bike Kabinenrad mit E-Motor, 600 Pfund = (Nov.2011) 720 eur)

(RegulierfanatikerInnen und neuen Anti-E-Fahrrad-Predigern
– (da gibt es regelrechte KdF-IdeologistInnen, die sich “Sorgen” machen, ob ihre Mitmenschen mit dem E-Fahrrad nicht “ungesund verfetten” werden) –
sei ins Stammbuch geschrieben, dass mindestens 1/3 der potentiellen RadlerInnen durch Schwellenaengste wie “ich-werd-verschwitzt-sein” oder “hab-ich-die-Kondition?” oder “ich-brauch-meine-Kraft” oder “nachher-regnet-es-vielleicht” etc. vom Radfahren abgehalten werden;
wer genug Kraft hat, kann — und sollte wohl auch — jederzeit den E-Antrieb abschalten und gewinnt Zeit bis zum naechsten Aufladen der Batterie)

(Autofuehrerscheine sind ja bis heute vor allem Erlaubnisscheine und Begruendungen fuer Rechtfertigungsforderungen (bzw. uberhaupt Erzeugungen von Rechtfertigungssituationen) und verbessern nichts im Strassenverkehr, was nicht auch Angst ums Eigentum bzw. Angst um die Knochen auch bewirken wuerden)

Fahren ab 10 (oder mit Radfahrpruefung ab 8) ist ja ohnehin laengst ueberfaellig, und nach der Erfahrung mit Mama in der Kabine auch keine Hexerei. Das Kabinenrad zu fahren, wird Kindern wahrscheinlich noch zu schwer sein, aber bis 15 oder 20 schert sich doch ohnehin kaum jemand um Regen.

Einfachstes Beispiel fuer sinnvolle Neuerungen sind die Radwege in Holland: sie queren (Auto)Fahrbahnen in 10m (!) Abstand von Kreuzungen, d.h. dass Radler nicht aus dem “toten Winkel” herankommen sondern immer (90 Grad) quer zur Fahrtrichtung (viel besser) sichtbar sind UND wegen der 2 Kurven vor der Querung rasen auch Radler nicht mit unkontrolliertem Tempo ueber die Strasse:

Oder (was besonders Fussgaenger und Radler besser schuetzt) in Suedeuropa die blinkenden Ampeln bei Zebrastreifen, die ein Fahren/Abbiegen bei Rot erlauben und viel mehr Schutz bieten — und zwar sowohl fuer Fussgaenger als auch fuer Radler — als ein stures Rot, auch wenn niemand da ist, schon wegen der ungewohnten Situation fuer Autos (“eigentlich fahre ich ja jetzt bei rot, auch wenn ich das darf … “)

Noch ein gutes Beispiel sind Kreisverkehre: da gibt es zwar in der Wiener Hasenauerstrasse noch einen (letzten?), bei dem die Nachrangtafeln beim Einfahren an 2 Muendungen fehlen; aber sonst hat sich das in ganz Europa — nicht nur in der EU — durchgesetzt und funktioniert erstklassig;

… hat man eben Nachrang, na und? einen Moment spaeter gehts ja schon weiter.

mehr zu E-Mobilitaet, “Autofutur” und “Energie“: http://monepedia.wordpress.com

 

Posted in Uncategorized | 5 Comments